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Start São Lourenço Brasilienreise 2003
04 | 07 | 2020
Brasilienreise 2003 Drucken

Brasilienreise 2003 - ein Bericht

Vom 2. bis 26. November 2003 fand die fünfte Brasilienreise des Freundeskreises São Lourenço e. V. Sponheim statt, die in erster Linie in die Sponheimer Partnerstadt
São Lourenço do Sul im Staate Rio Grande do Sul führte.

Der Flug führte wie gewohnt über São Paulo nach Porto Alegre wo uns schon viele Freunde mit einem bereitstehenden Bus erwarteten. So waren die ersten Stunden am Zielflughafen Stunden des Wiedersehens mit alten Freunden. In São Lourenço angekommen, wurden wir im Plaza-Center-Hotel freundlich aufgenommen. Die Zimmer waren gut eingerichtet und zur Zufriedenheit aller Reiseteilnehmer.

Neben den vielen privaten Einladungen und den damit verbundenen persönlichen Gesprächen und Besichtigungen gab es doch einige Aktivitäten und neue Erlebnisse, auf die an dieser Stelle mit einer Ausnahme ausschließlich eingegangen werden soll.

Zu Beginn soll der Besuch des Kinderheims genannt werden, zu dem der Verein eine besondere Beziehung durch die Übernahme und Vermittlung von Patenschaften unterhält. Dazu das nachstehende Bild.


 

Einige Paten hatten nun die Möglichkeit ihr persönliches Patenkind zu begrüßen. Mit dem zur Verfügung stehenden, mitgebrachten Geld wurden weitere Einrichtungsgegenstände und Spielgeräte für den Außenbereich angeschafft. Zudem wurden Daten von Kindern zusammengestellt, die noch keine Paten besitzen. Die Übernahme von 3 zusätzlichen Patenschaften wurde an Ort und Stelle zugesagt. (Eine weitere Patenschaft wurde nach der Rückkehr perfekt).

Im Jahre 2001 wurden wir auf die katastrophalen Wohnverhältnisse der Mutter eines unserer Patenkinder aufmerksam gemacht. Das war der Anlaß dazu, eine Spende zum Aufbau einer besseren Behausung zur Verfügung zu stellen. Wir berichteten in den Informationsbriefen Nr. 2 + 3/2002 darüber. Zum Abschluß dieser Baumaßnahme wurde nun auch noch ein Außenputz finanziert.

Im Herbst 2003 Jahres bekamen wir aus São Lourenço Informationen über die Schule Francisco Frömming im District Harmonia. Dies war Anlaß dazu, diese Schule zu besuchen. Die dort verbrachten Stunden können nur positiv bewertet werden. Zuvor sei gesagt dass dort rund 400 Kinder in zwei Schichten unterrichtet werden. (21 im Vorschulalter, 125 in den Klassen 1 bis 4 und 255 in den Klassen 5 bis 8) Wesentlich ist aber, dass 151 Kinder an dem Deutsch-Unterricht teilnehmen. ........ Zuerst gab es vor den Gebäuden einen Empfang mit Gesang und Tanzvorführungen. Später folgten im Schulgebäude ein kleines Theaterstück sowie Gesangsdarbietungen. Man hatte auch für das leibliche Wohl vorgesorgt, indem uns Kaffee und Kuchen angeboten wurden. (selbstgemacht !) Es schloss sich noch eine Besichtigung der Schulgebäude an. Natürlich hatten wir auch etwas "in unserm Gepäck" mitgebracht bzw. Disponiert, und zwar: Ortsprospekte und Ansichtskarten von Sponheim, eine speziell angefertigte Broschüre über Sponheim sowie 6 Großbilder von Sponheim und den Sponheimer Wappen, teils fertig gerahmt zum Aufhängen in den Klassenräumen. Interessant war die Deststellung, dass viele Schüler die Ansichtskarten dazu benutzten um darauf ein Autogramm der Reiseteilnehmer zu erhalten.

Seit Jahren unterstützen wir neben dem Kinderheim mit einer Summe von derzeit je 125,- EURO die beiden Kirchengemeinden sowie den Bereich "Kolonie". Überrascht waren wir über eine Aktion, die man in der Kolonie damit ins Leben gerufen hat. Unter fachlicher Beratung stellt man dort Naturmedizin her, die an die dortigen armen Bewohner fast kostenlos abgegeben werden. Wie wir feststellen konnten, bestand der Wunsch, als Unterstützung für diese Arbeit einen bis auf 300°C erhitzbaren Elektroofen sowie ein Blutdruck-Meßgerät zu bekommen. Diesen Wunsch haben wir erfüllt, indem wir diese beiden Geräte finanzierten.

Stellvertretend für viele andere Einladungen soll hier der Besuch bei Familie Hugo Timm aufgeführt werden. Es war ein fröhlicher Abend mit Essen, Trinken, Gesang und Musik, wie das Bild zeigt. Ein Huns-rücker Liederheft wurde auch fleißig benutzt.

Bei einer dreitägigen Reise nach Montevideo der Hauptstadt von Uruguay verbrachten wir einen Abend beim "Alpenländerverein Montevideo" bei dem das untenstehende Foto entstanden ist. Aus Bayern und Österreich kamen die einstigen Auswanderer.

Vom Anschlußprogramm soll besonders der Besuch von Arroio do Meio/Forqueta hervorgehoben werden. Fast der gesamte Ort war für uns auf den Füssen. Nach einem ersten Kontakt in der Präfektur in Arroio do Meio schloss sich eine Begrüßungsstunde in einer Kirche von Forqueta an.

Diese begann mit Glockengeläut und Böllerschüssen und nachfolgendem Programm mit Theaterstücken, Gesangdarbietungen und musikalischen Vorführungen. Nach dem Mittagessen folgten private Einladungen und zum Schluß ein fröhlicher Abend in einer örtlichen Halle. Die Musikanten gaben uns sogar das Geleit bis in den Bus.

Dieser Ort wurde deshalb in das Programm aufgenommen, weil uns zuvor bekannt wurde, dass bei der Einwanderung viele Hunsrücker dort ihre Bleibe gefunden hatten.

Ein eintägiger Aufenthalt in Camboriú stellt ein besonderes Erlebnis dar. Diese Stadt ist am Meer gelegen und wird von zwei Bergen eingerahmt. Am Ankunftstag wurden wir mit einem Kleinbus auf die Höhe des einen Berges transportiert, wo seit einigen Jahren eine 33 Meter hohe Christusstatue steht mit einem Gewicht von 528 Tonnen. Am Abend ist dieselbe in abwechselnden Farben beleuchtet. Ein imposantes Erlebnis! Am nächsten Tag ging es dann mit der Seilbahn auf den gegenüber liegenden Berg. Dort bot sich ein herrlicher Blick auf die Stadt mit ihrem Strand und dem Meer.

Nun war der letzte Aufenthaltsort Pomerode unser Ziel. Im Hotel Schroeder fanden wir für 3 Tage ein schönes Zimmer. Wie zu vermuten ist, kamen die einstigen Einwanderer vornehmlich aus Pommern. Der Bezug zu Deutschland wird aus sehr gepflegt. Interessante Informationen erhielten wir auch beim Besuch der Präfektur, wo wir von der Bürgermeisterin empfangen wurden. (Siehe vorstehendes Foto) Dabei erfuhren wir auch, dass in den örtlichen Schulen ab Klasse 5 der Deutschunterricht Pflichtfach ist.

Es war auch nicht zu übersehen, dass bald Weihnachten ist. Viele Stellen war entsprechend dekoriert, teilweise reichlicher als in Deutschland. Beispielsweise war der Weihnachtsschmuck vor der Textilfabrik Klasen in Pomerode sehenswert. Dort stand auch der Nikolaus zum Empfang und verteilte Bonbons. Gleich daneben war ein Weihnachtsmänner-Haus. Der künstliche Schnee fehlte auch nicht, wenn auch am Tage Temperaturen von etwa 30°C herrschten.

Nun galt es bald Abschied zu nehmen. Am letzten Tag war der Abflug in Florianopolis am Abend. So war noch eine Stadt- u. Inselrundfahrt mit vielen schönen Eindrücken ein unvergessliches Abschlußerlebnis.
Erich Schauß